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  • · Fachbeitrag · KBV-Honorarbericht

    Honorarplus bei Haus- und Kinderärzten im 1. Halbjahr 2024 – „Entbudgetierungs-Potenzial“

    Die KBV hat nun die Honorarberichte für die beiden ersten Quartale 2024 veröffentlicht (siehe iww.de/s13044 ). Von besonderem Interesse sind die Honorardaten für die Hausärzte: Die Auszahlungsquoten hausärztlicher Leistungen erlauben eine Einschätzung der Auswirkungen der Hausarzt-Entbudgetierung im jeweiligen KV-Bereich. Es folgen die wichtigsten Daten aus den Honorarberichten für Hausärzte sowie für Kinder- und Jugendärzte.

    Hausärzte-Honorar steigt um 330 Mio. Euro

    Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist der Honorarumsatz der Hausärzte in den beiden ersten Quartalen 2024 bundesweit um 4,9 Prozent bzw. rund 330 Mio. Euro angestiegen. Da die Zahl der Behandlungsfälle um lediglich 0,9 Prozent zugelegt hat, ergibt dies eine Erhöhung des Fallwerts um 4,0 Prozent.

    Hausärzte in Sachsen-Anhalt Umsatz-Spitzenreiter

    In der nachfolgenden Tabelle sind die Umsätze, Fallzahlen und Fallwerte des 1 Halbjahres 2024 nach KVen dargestellt.

     

    KV-Honorare für Hausärzte im 1. Halbjahr 2024 (nach KV-Bezirken)

    KV-Bezirk
    KV-Umsatz in Euro, je Arzt* u. Quartal
    Fälle 1. Hj 2024 je Arzt* u. Quartal
    Fallwert
    in Euro

    Baden-Württemberg

    53.662

    700

    76,70

    Bayern

    67.396

    847

    79,60

    Berlin

    63.470

    878

    72,27

    Brandenburg

    78.203

    993

    78,74

    Bremen

    66.425

    988

    67,23

    Hamburg

    57.907

    908

    63,75

    Hessen

    66.158

    984

    67,21

    Mecklenburg-Vorpommern

    79.412

    994

    79,91

    Niedersachsen

    79.686

    1.012

    78,75

    Nordrhein

    65.407

    890

    73,49

    Rheinland-Pfalz

    73.730

    941

    78,35

    Saarland

    72.595

    954

    76,06

    Sachsen

    65.843

    957

    68,80

    Sachsen-Anhalt

    83.146

    1.061

    78,40

    Schleswig-Holstein

    69.899

    907

    77,06

    Thüringen

    81.282

    1.026

    79,26

    Westfalen-Lippe

    69.423

    981

    70,79

    Durchschnitt alle KVen

    68.079

    907

    75,09

     

    * nach Teilnahmeumfang; Quelle: Abrechnungsstatistik der KBV; zugelassene und angestellte Ärzte; eigene Berechnungen

     

     

    Den höchsten durchschnittlichen Honorarumsatz erzielten – wie in den Vorjahren – die Hausärzte in der KV Sachsen-Anhalt mit 83.146 Euro, gefolgt von Thüringen mit 81.282 Euro: Schlusslicht in der Umsatzstatistik – ohne Berücksichtigung der KV Baden-Württemberg aufgrund des in den KBV-Daten nicht enthaltenen Honorars aus Selektivverträgen – ist Hamburg mit 57.907 Euro, gefolgt von Berlin mit 63.470 Euro.

     

    Die Fallwerte schwanken zwischen 79,91 Euro in Mecklenburg-Vorpommern und 63,75 Euro in Hamburg.

     

    Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die unterschiedlichen Veränderungen im Honorarumsatz: Während der Honorarumsatz je Arzt bundesweit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent gestiegen ist, beträgt die Steigerungsrate in Mecklenburg-Vorpommern fast 15 Prozent. Auch die KVen Berlin und Thüringen verzeichnen überdurchschnittliche Steigerungen. Demgegenüber liegen die Steigerungsraten in den KVen Baden-Württemberg und Sachsen deutlich unter dem Durchschnitt.

    Kinderärzte-Honorar steigt um 74 Mio. Euro

    Die Entwicklung bei den Kinder- und Jugendärzten zeigt ein ähnliches Bild: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist der Honorarumsatz in den beiden ersten Quartalen 2024 bundesweit um ca. 74 Mio. Euro bzw. 7,2 Prozent, die Fallzahl um 3,0 Prozent gestiegen. Die Erhöhung des Fallwerts beträgt ca. 4,1 Prozent.

     

    KV-Honorare für Kinder- & Jugendärzte im 1. Halbjahr 2024 (nach KV-Bezirken)

    KV-Bezirk
    KV-Umsatz in Euro, je Arzt* u. Quartal
    Fälle je Arzt* und Quartal
    Fallwert in Euro

    Baden-Württemberg

    74.788

    999

    74,84

    Bayern

    78.476

    996

    78,81

    Berlin

    80.669

    1.003

    80,39

    Brandenburg

    80.083

    1.137

    70,45

    Bremen

    85.971

    1.113

    77,26

    Hamburg

    95.651

    1.081

    88,49

    Hessen

    94.934

    1.186

    80,07

    Mecklenburg-Vorpommern

    79.123

    1.038

    76,24

    Niedersachsen

    85.673

    1.117

    76,67

    Nordrhein

    89.443

    1.227

    72,88

    Rheinland-Pfalz

    77.985

    1.009

    77,30

    Saarland

    78.256

    1.112

    70,35

    Sachsen

    76.517

    1.097

    69,72

    Sachsen-Anhalt

    79.347

    1.142

    69,50

    Schleswig-Holstein

    88.409

    1.131

    78,17

    Thüringen

    76.629

    1.061

    72,22

    Westfalen-Lippe

    93.466

    1.322

    70,70

    Durchschnitt aller KVen

    83.296

    1.104

    75,48

     

    * nach Teilnahmeumfang; Quelle: Abrechnungsstatistik der KBV; zugelassene und angestellte Ärzte; eigene Berechnungen

     

    Den höchsten durchschnittlichen Honorarumsatz erzielten die Kinder- und Jugendärzte in der KV Hamburg mit 95.651 Euro, gefolgt von Hessen mit 94.934 Euro; Schlusslicht in der Umsatzstatistik sind Baden-Württemberg mit 74.788 Euro und Sachsen mit 76.517 Euro.

     

    Die Fallwerte schwanken zwischen 88,49 Euro in Hamburg und 69,50 Euro in Mecklenburg-Vorpommern.

    Folgerungen für die Hausarzt-Entbudgetierung

    Aus den in den KBV-Honorarberichten enthaltenen Auszahlungsquoten (Verhältnis des ausgezahlten Honorars zu den insgesamt abgerechneten Leistungen) ist eine Tendenz zu den finanziellen Auswirkungen – bezogen auf den KV-Bereich – der Entbudgetierung hausärztlicher Leistungen, die seit dem Quartal IV/2025 gilt, erkennbar. Danach dürften Hausärzte in den KVen mit niedrigen Auszahlungsquoten vorrangig von der Entbudgetierung profitieren. Dies betrifft insbesondere Hausärzte in der KV Hamburg, aber auch in den KVen Berlin, Nordrhein und Sachsen.

     

    Demgegenüber dürften die finanziellen Auswirkungen der Entbudgetierung in den KVen Bayern, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz überschaubar sein. In diesen KVen haben die Hausärzte nämlich zumindest im 1. Halbjahr 2024 bereits die hausärztlichen Leistungen zu 100 Prozent (und mehr) vergütet erhalten.

     

    KV-Ranking der Auszahlungsquoten bei KV-Honoraren für Hausärzte im 1. Halbjahr 2024

    Rang
    KV
    Auszahlungsquoten 1. Halbjahr 2024
    Differenz bis zu 100 % (quasi das „Potenzial“)

    1.

    Mecklenburg-Vorpommern

    105,2 %

    -5,20 %

    2.

    Bayern

    104,7 %

    -4,70 %

    3.

    Bremen

    100,0 %

    0,00 %

    4.

    Rheinland-Pfalz

    100,0 %

    0,00 %

    5.

    Thüringen

    99,6 %

    0,40 %

    6.

    Brandenburg

    98,4 %

    1,60 %

    7.

    Schleswig-Holstein

    98,3 %

    1,70 %

    8.

    Hessen

    97,6 %

    2,40 %

    9.

    Westfalen-Lippe

    97,5 %

    2,50 %

    10.

    Niedersachsen

    97,1 %

    2,90 %

    11.

    Baden-Württemberg

    95,7 %

    4,30 %

    12.

    Saarland

    94,8 %

    5,20 %

    13.

    Sachsen-Anhalt

    94,0 %

    6,00 %

    14.

    Nordrhein

    93,2 %

    6,80 %

    15.

    Berlin

    92,8 %

    7,20 %

    16.

    Sachsen

    92,5 %

    7,50 %

    17.

    Hamburg

    81,2 %

    18,80 %

    Durchschnitt alle KVen

    97,4 %

    2,60 %

     
    Quelle: Ausgabe 02 / 2026 | Seite 2 | ID 50692823