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  • · Fachbeitrag · ABC der Abrechnung

    „K“ – Kontaktdermatitis

    von Dr. med. Heiner Pasch, Kürten

    Die 36-jährige Patientin stellt sich an Aschermittwoch wegen Rötungen beider Unterarme, des Gesichts und der Halsregion beim Hausarzt vor. Die Rötungen, die am Vorabend aufgetreten waren, gehen mit zunehmendem Juckreiz einher. Teilweise hat die Patientin auch eine beginnende Bläschenbildung vor allem im Gesicht bemerkt. Da sie vor zwei Tagen kostümiert auf einer Karnevalssitzung war und sich erstmalig mit einer bräunenden Schminke geschminkt hatte, vermutet sie eine allergische Reaktion.

     

    Bild: IWW

    Diagnose und weiteres Prozedere

    Für die Patientin wurde im Vorjahr die Zufallsdiagnose eines asymptomatischen Gallensteins gestellt. Die Patientin arbeitet als IT-Projektmanagerin. Sie ist bewusstseinsklar und etwas unruhig, der Allgemeinzustand (AZ) ist gut. Im Gesicht und vorderen Halsbereich sowie an beiden Unterarmen bis zu den Ellenbeugen ist eine feinfleckige Rötung festzustellen. Im Wangenbereich ist vereinzelt eine Bläschenbildung zu erkennen. Die Konjunktiven sind reizlos, die Mundschleimhaut ist ebenfalls unauffällig. Die pulmologische Untersuchung ist ohne Befund, insbesondere ist keine nachweisbare Spastik erkennbar. Der Blutdruck beträgt 120/80 mmHg, der Puls liegt bei 88 Schlägen pro Minute. Der CRP-Laborwert beträgt 0,83 md/dl und der IgE-Wert liegt im Normbereich. Aufgrund der Vorgeschichte und des aktuellen Befunds geht der Hausarzt von einer allergischen Kontaktdermatitis aus. Es erfolgt eine Blutabnahme zum Entzündungsausschluss. Zudem soll damit eine zusätzliche Allergiedisposition gegenüber Typ-I-Allergien abgeklärt werden. Zur aktuellen Linderung lässt er die betroffenen Hautpartien mit einer steroidhaltigen Salbe einreiben und injiziert der Patientin ein Prednisolon-Präparat (i. v.). Es werden ein Antiallergikum sowie eine niedrig dosierte Hydrokortisonsalbe verordnet. Der Hausarzt berät ausführlich zum Thema Kontaktallergie und Hautpflege. Er stellt eine AU-Bescheinigung für sechs Tage aus. Am sechsten Tag stellt die Patientin sich wieder vor. Es zeigt sich eine minimale Reströtung im Gesicht, der Juckreiz ist abgeklungen. Es erfolgt eine Überweisung zum Allergologen.

    Abrechnung nach EBM

    Beim ersten Arzt-Patienten-Kontakt (APK) erfolgt die Abrechnung der Versichertenpauschale und der CRP-Bestimmung als POCT mit der EBM-Nr. 32128. Die Blutentnahme ist ebenso wie die therapeutischen Maßnahmen (Einreibung und Injektion) nicht gesondert abrechenbar, sondern mit der 03000 abgegolten – ebenso wie auch die Ausstellung der AU-Bescheinigung.