05.07.2011 | GmbH-Gesellschafter
Unterjähriger Anteilseignerwechsel: Finanzgerichte stimmen für Verlustverrechnung
von StB Christian Westhoff, Datteln
Kapitalgesellschaften können Verlustvorträge grundsätzlich nicht mehr nutzen, wenn innerhalb von fünf Jahren mehr als 50 % des Anteilsbesitzes auf einen Erwerber übergehen (bei über 25 % bis 50 % quotaler Untergang). Ungeklärt war bislang jedoch, wie die Verlustverrechnung bei einem unterjährigen Anteilseignerwechsel durchzuführen ist. Ein positives Signal haben die Finanzgerichte Münster und Hessen jetzt gesetzt. Danach gilt die Verlustabzugsbeschränkung nicht für Gewinne des laufenden Wirtschaftsjahres, die bis zum Beteiligungsverkauf angefallen sind.
Die Ausgangslage
Die Problemstellung soll an folgendem gängigen Fall verdeutlicht werden:
Beispiel |
Zum 31.12.09 verfügt die A-GmbH über einen Verlustvortrag in Höhe von 100.000 EUR. Am 30.9.10 veräußert der Alleingesellschafter A seine Anteile an den neuen Gesellschafter B und stellt auf diesen Zeitpunkt einen Zwischenabschluss auf, der einen Gewinn von 100.000 EUR ausweist.
Strittig ist nun, ob der Verlustvortrag mit dem Gewinn verrechnet werden kann oder ob der Verlust infolge des schädlichen Beteiligungserwerbs untergeht. |
Die unausgewogene Haltung der Finanzverwaltung
Im Ergebnis behandelt die Verwaltung anteilige Gewinne und Verluste profiskalisch unterschiedlich (BMF 4.7.08, IV C 7 - S 2745 a/08/10001, Rz. 31 ff.):
Möchten Sie diesen Fachbeitrag lesen?
Kostenloses GStB Probeabo
0,00 €*
- Zugriff auf die neuesten Fachbeiträge und das komplette Archiv
- Viele Arbeitshilfen, Checklisten und Sonderausgaben als Download
- Nach dem Test jederzeit zum Monatsende kündbar
* Danach ab 24,40 € / Monat
Tagespass
einmalig 15 €
- 24 Stunden Zugriff auf alle Inhalte
- Endet automatisch; keine Kündigung notwendig