Praxiswissen auf den Punkt gebracht.
logo
  • Meine Produkte
    Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen.
Menu Menu
MyIww MyIww
  • · Fachbeitrag · Gleichstellung

    Studie: Mehr Oberärztinnen, aber kaum mehr Klinikdirektorinnen an deutschen Unikliniken

    | Durchwachsenes Bild bei der Gleichstellung an deutschen Unikliniken: Zwar ist der Anteil an Oberärztinnen auf 41 Prozent gestiegen, aber der Anteil der Klinikdirektorinnen hat sich mit 14 Prozent kaum verändert. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Medical Women on Top (MWoT) ‒ Update 2024” des Deutschen Ärztinnenbunds e. V. (online unter iww.de/s12629 ). |

     

    Bei Oberärztinnen fast Parität, Anteil der Klinikdirektorinnen stagniert

    Das MWot-Update 2024 ist die vierte Erhebung nach 2016, 2019 und 2022. Untersucht wurden die 14 wichtigsten klinischen Fächer an 36 Unikliniken in Deutschland. Der Anteil der Oberarztstellen, die mit Frauen besetzt sind, ist von 37 Prozent im Jahr 2022 auf nunmehr 41 Prozent gestiegen. In einigen der untersuchten Fächer beträgt der Anteil der Oberärztinnen schon mehr als 50 Prozent (Pathologie und Kinderheilkunde) bzw. sogar mehr als 60 Prozent (Dermatologie und Frauenheilkunde). Der Anteil von Frauen in Führungspositionen (z. B. Klinikdirektorinnen) konnte sich dagegen von 2022 bis 2024 nur um einen Prozentpunkt verbessern ‒ von 13 auf 14 Prozent. Zwischen einzelnen Standorten gibt es dabei erhebliche Unterschiede: In Dresden gibt es etwa 29 Prozent Klinikdirektorinnen, in Frankfurt nur 5 Prozent.

     

    Forderungen, um die „gläserne Decke“ zu durchbrechen

    Studienautorin Prof. Dr. med. Gabriele Kaczmarczyk, Senior Consultant beim Deutschen Ärztinnenbund, hält den gestiegenen Anteil an Oberärztinnen zwar für erfreulich, sieht den Weg für Frauen in die Spitzenpositionen der Universitätsmedizin aber immer noch als verbaut. Ihrer Auffassung nach ist die „gläserne Decke“ (vgl. CB 06/2021, Seite 19) in der Medizin immer noch vorhanden. Dr. med. Christiane Groß, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbunds, sieht die Ursache weiterhin in der Herausforderung, Beruf und Familie im eigenen Lebensentwurf zu vereinbaren. Um den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen, stellt MWoT 2024 einige beispielhafte Forderungen auf.

     

    • MWot 2024: So soll der Frauenanteil in Führungspositionen erhöht werden
    • 1. Topsharing: Bei der Besetzung von Führungspositionen sollte die Möglichkeit angeboten werden, sich den neuen Aufgaben als Doppelspitze zu stellen. Auf diese Weise entstehen flexiblere Führungs- und Arbeitszeitmodelle, die insbesondere Ärztinnen zugutekommen.
    • 2. Parität in Berufungskommissionen: In Berufungskommissionen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Besetzung von Führungspositionen haben, sollte Parität herrschen (siehe hierzu auch die Umfrage des Deutschen Ärztinnenbunds e. V. unter Gleichstellungs-/Frauenbeauftragten von Dezember 2024).
    • 3. Integration der Gleichstellungsbeauftragten: Gleichstellungsbeauftragte sollten mehr Mitwirkungsrechte und Entscheidungsbefugnisse im Rahmen ihrer Beteiligung an Berufungskommissionen haben.
    • 4. Familienfreundlichere Strukturen: Flexible Arbeitszeiten und niederschwellige Kinderbetreuungsangebote sind nur zwei Aspekte, die eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern können.
    • 5. Auswahlkriterien anpassen: Statt ausschließlich die Anzahl an Publikationen für den Nachweis klinischer Exzellenz heranzuziehen, sollten auch weichere Faktoren, wie Kommunikations- und Teamfähigkeit oder Konfliktmanagement berücksichtigt werden.
     

    Quelle

    • Deutscher Ärztinnenbund e. V. (Hrsg.): Medical Women on Top. Dokumentation des Anteils von Frauen in Führungspositionen in klinischen Fächern und Dekanaten der deutschen Universitätsmedizin. Berlin, Januar 2025.
    Quelle: Ausgabe 04 / 2025 | Seite 3 | ID 50356426